Reisetipps
Kanarische Küche
Papas arrugadas, Mojo, Gofio, Käse und weitere Spezialitäten, die du auf Gran Canaria probieren solltest

Die kanarische Küche ist bodenständig und stark von den Zutaten der Insel geprägt: Fisch aus dem Atlantik, Gemüse und Obst aus den fruchtbaren Tälern und Käse von Ziegen und Schafen aus den Bergen. Dazu kommen Einflüsse aus Spanien, Lateinamerika und Nordafrika. Vieles ist schlicht zubereitet, schmeckt aber gerade deshalb so gut.
Papas arrugadas: die Salzkartoffeln
Das bekannteste Gericht der Inseln. Kleine Kartoffeln werden mit der Schale in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis das Wasser verdampft ist. Dabei bilden sie eine dünne Salzkruste und eine runzelige Haut („arrugadas“ heißt „runzlig“). Man isst sie mit Schale, am besten mit Mojo. Sie sind die klassische Beilage zu Fisch und Fleisch und stehen fast in jedem Lokal auf der Karte.
Mojo: die Sauce zu (fast) allem
Mojo ist eine kalte Sauce auf Basis von Olivenöl, Essig, Knoblauch und Gewürzen. Es gibt zwei Hauptsorten:
- Mojo rojo (rot): mit Paprika und Chili, würzig, je nach Rezept auch scharf. Wird oft „Mojo picón“ genannt.
- Mojo verde (grün): mit Koriander oder Petersilie, frischer und milder. Passt besonders gut zu Fisch.
Ein Tipp: Probiere beide zu den Papas arrugadas. Jedes Lokal hat sein eigenes Rezept, und der Mojo ist oft hausgemacht.
Gofio: das geröstete Mehl
Gofio ist ein Mehl aus geröstetem Getreide, meist Weizen oder Mais. Schon die Ureinwohner der Insel aßen es. Heute findest du es in vielen Formen: als Escaldón (dicker Brei aus Gofio und Brühe), eingerührt in Milch zum Frühstück, in Desserts, Eis und Kuchen oder in Brot. Es schmeckt nussig und ist sättigend. Wer die Insel wirklich schmecken will, sollte es einmal probieren.
Käse: Ziege, Schaf, Kuh
Gran Canaria ist für seinen Käse bekannt. Auf vielen Speisekarten findest du ihn:
- Queso de Flor de Guía: Ein Käse aus Kuh- und Schafsmilch, der mit den Blüten der Artischocke gerinnt. Er schmeckt cremig-würzig. Er kommt aus der Gegend um Guía und Gáldar im Norden.
- Queso de Media Flor: Ein halbfester Käse, mild bis kräftig.
- Queso asado: Gegrillter oder gebratener Käse, serviert mit Mojo oder Feigenmarmelade. Eine Tapa, die du kaum auslassen kannst.
Die Herstellung ist an vielen Orten noch Handarbeit. Auf Märkten und in Bergdörfern lohnt sich ein Stopp.
Weitere Spezialitäten
- Puchero canario: Eintopf mit Fleisch, Kichererbsen und Gemüse, ein Klassiker der Hausmannskost.
- Ropa vieja: „Alte Kleider“. Ein Gericht aus Kichererbsen, Kartoffeln und zerzupftem Fleisch.
- Potaje de berros: Eintopf aus Brunnenkresse, deftig und herzhaft.
- Conejo en salmorejo: Kaninchen in einer würzigen, mit Knoblauch und Essig zubereiteten Sauce.
- Chorizo de Teror: Rote Wurst aus der Bergstadt Teror, oft zum Frühstück oder als Tapa.
- Frischer Fisch: In Küstenorten findest du ihn tagesfrisch, zum Beispiel Vieja oder Sama, meist gegrillt oder gebraten.
- Bienmesabe: Eine süße Creme aus Mandeln, Eiern und Zucker, ein Dessert aus Tejeda.
- Plátano de Canarias: Die kleinen Bananen der Inseln, oft im Dessert oder pur.
Zum Trinken
- Wein: Auf Gran Canaria wachsen Reben in den Höhenlagen, zum Beispiel Malvasía. Probiere den lokalen Weißwein oder Rotwein.
- Rum und Honigrum (Ron Miel): Typisch für die Kanaren, gern als Digestif.
- Kaffee: Im Tal von Agaete gibt es die einzige Kaffeeplantage Europas. Der Kaffee ist ein schönes Mitbringsel.
Wo isst du am besten?
Am authentischsten isst du in kleinen Lokalen abseits der Touristenmeilen, in Bergdörfern wie Teror, Tejeda oder Artenara und an den Märkten, zum Beispiel dem Mercado del Puerto in Las Palmas. Dort gibt es oft das Tagesgericht („menú del día“) zu einem fairen Preis. Wenn dir viele Gerichte gefallen, bestelle mehrere Tapas und teile sie am Tisch.
Unser Tipp
Beginne mit einer Portion Papas arrugadas mit beiden Mojos und gegrilltem Käse. Das ist ein einfacher, günstiger Einstieg in die kanarische Küche, und danach willst du mehr.
Wenn du möchtest, kürze ich den Text, teile ihn in kleine Kapitel mit Zwischenüberschriften oder ergänze eine Liste mit Restaurant-Empfehlungen für Las Palmas.