Natur · San Bartolomé de Tirajana
Dünen von Maspalomas
Wüste am Atlantik: Wandern, Staunen und Regeln im Naturschutzgebiet - Goldene Sandwellen, eine Lagune und ein Palmenhain direkt neben den Hotels: Die Dünen von Maspalomas sind das bekannteste Naturwunder der Insel. Sie sind aber ein streng geschütztes Gebiet, das nur auf markierten Wegen betreten werden darf.

Am Südrand von Gran Canaria erstreckt sich eine kleine Wüste, die zwischen Hotels, Strand und Meer fast unwirklich wirkt. Die Dünen von Maspalomas gehören zu den eindrucksvollsten Landschaften der Kanaren und sind für viele Urlauber ein Pflichtprogramm.
Das Wichtigste in Kürze
Das Gebiet ist als Reserva Natural Especial geschützt und umfasst rund 400 Hektar. Es ist etwa sechs Kilometer lang und ein bis zwei Kilometer breit und erstreckt sich zwischen Playa del Inglés und Meloneras. Die Dünen sind bis zu etwa zehn Meter hoch. Der feine Sand besteht aus zerriebenem Korallen- und Muschelkalk. Er wird vom Wind bewegt, die Dünen verändern sich also ständig. Neben dem Dünenfeld gehören zum Reservat der Palmenhain (Palmeral), die Lagune Charca de Maspalomas und der Strand.
Die Dünen dürfen nur auf den dafür vorgesehenen Wegen betreten werden. Wer die Wege verlässt oder die Dünen abseits davon durchquert, riskiert ein Bußgeld, welches bei 150 Euro beginnt. Das ist kein Schreckgespenst: Die Gemeinde und die Guardia Civil haben die Kontrollen in den letzten Jahren verstärkt, und im Reservat werden regelmäßig Verstöße geahndet. Die Dünen werden mittlerweile von Rangern und, wie wir wissen, auch mit Drohnen überwacht. Es handelt sich nach wie vor um ein Naturschutzgebiet.
Weitere Regeln aus dem Verhaltenskodex des Reservats:
- Bleibe auf den gekennzeichneten Wegen, auch zu deiner eigenen Sicherheit.
- Baue keine Steinburgen oder Unterstände aus Pflanzen, das stört die Dynamik der Dünen.
- Füttere keine Tiere und nimm deinen Müll mit.
- Vermeide unnötigen Lärm.
- FKK ist nur in den dafür vorgesehenen Strandbereichen außerhalb des Reservats erlaubt.
- Das Besucherzentrum (Centro de Interpretación) ist kostenlos zugänglich.
Wanderung: Von den Dünen zum Strand
Der ideale Startpunkt für eine Wanderung ist das Hotel Riu Palace Maspalomas an der Avenida de Tirajana. Von dort führt ein markierter Weg durch die Dünen bis zum Strand. Die Strecke ist etwa 1,5 Kilometer lang und dauert rund 30 Minuten. Du kommst direkt beim legendären Kiosk Nr. 5 (früher Nr. 7) am Strand heraus, dem bekannten Gay-Strand von Maspalomas. Der Kiosk ist beliebt für Getränke und Snacks. Wer den Weg weiter nach Westen geht, erreicht den Leuchtturm.
Wer das ganze Dünenfeld sehen möchte, plant für die Strecke zwischen Leuchtturm und Playa del Inglés etwa eine Stunde ein, mit Pausen entsprechend länger. Gehe barfuß, wenn du magst, denn der Sand ist weich, aber nimm Schuhe mit, denn er kann mittags sehr heiß werden.
Das gibt es zu entdecken
- Dünenlandschaft: Wellenförmige Sandkämme, die an die Sahara erinnern. Oben auf den höheren Kämmen hast du Aussicht bis zum Meer.
- Charca de Maspalomas: Eine Brackwasserlagune, die etwa 200 Meter vom Leuchtturm entfernt liegt. Sie ist Rastplatz für Zugvögel wie Reiher, Enten und Watvögel. Sie lässt sich vom Rand aus beobachten, ein Fernglas lohnt sich.
- Palmeral de Maspalomas: Ein Palmenhain am nördlichen Rand des Reservats mit willkommenem Schatten.
- Faro de Maspalomas: Der Leuchtturm aus dem Jahr 1890 ist rund 56 Meter hoch und das Wahrzeichen der Gegend. Rund um ihn gibt es die Promenade, Restaurants und Läden von Meloneras.
- Tiere: In den Dünen und rund um die Lagune leben auch Rieseneidechsen und viele Seevögel.
- Kamelritt: Eine halbstündige Tour auf dem Dromedar führt durch die Dünen. Die Kamele starten an den Zelten am Rand des Barranco de Fataga, nur wenige Hundert Meter von der Lagune entfernt. Die Tour ist beliebt, informiere dich vorher bei Anbietern über Preise und Bedingungen.
- Sonnenuntergang: Von einer höheren Düne aus über Lagune und Atlantik zu schauen, gehört zu den schönsten Naturerlebnissen im Süden.
Anreise
- Mit dem Bus: Die wichtigste Haltestelle ist „Faro de Maspalomas“. Dort halten mehrere Linien der Guaguas Global, zum Beispiel die Linien 1, 30 und 50. Von dort sind es wenige Schritte zum Strand und zu den Dünen.
- Zu Fuß: Aus Playa del Inglés und Maspalomas sind die Dünen gut zu erreichen, entlang der Promenade oder über die markierten Wege.
- Zugänge: Es gibt mehrere Zugänge, zum Beispiel am Hotel Riu Palace, am Leuchtturm und von der Palmeral-Seite.
Praktische Tipps
- Sonne und Wind: Im Dünenfeld gibt es kaum Schatten. Nimm Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser mit.
- Beste Zeit: Früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn es kühler ist und das Licht die Dünen besonders gut zur Geltung bringt.
- Barrierefreiheit: Der direkte Zugang zu den Dünen ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet. Am Leuchtturm gibt es eine breite Promenade, von der aus du Dünen und Lagune sehen kannst.
- Respekt: Das Gebiet ist empfindlich. Kein Müll, keine Abkürzungen, keine Fotos von Personen ohne Erlaubnis, besonders am FKK-Strand.
Unser Tipp
Starte am Riu Palace, laufe in etwa 30 Minuten zum Kiosk am Strand, gönne dir dort ein Getränk und gehe dann am Strand zum Leuchtturm oder zurück. Mit etwas mehr Zeit lohnt sich der Besuch am späten Nachmittag, dann kannst du auf dem Rückweg den Sonnenuntergang erleben.

Foto: Tom 
Foto: Tom 
Foto: Tom 
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Lage
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